Band 17, Heft 1-2, Seite 30-45
Zusammenfassung
Im Nationalpark "Unteres Odertal" (NO-Brandenburg) wurden 2011 insgesamt 5 mit Netzen gefangene Teichfledermäuse (Myotis dasycneme) telemetriert, darunter ein trächtiges Weibchen, ein juvenilen Männchen und ein subadultes Männchen in Paarungskondition. Dadurch konnten Angaben zur Quartierwahl und zum Jagdverhalten gewonnen werden. Das Auffinden eines Wochenstubenquartiers gelang nicht, obwohl sich die Art im Gebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit, vermutlich aber auf der polnischen Seite der Oder, fortpflanzt. Die Quartiere befinden sich in zerfallenden Scheunen, des weiteren in Baumquartieren (nach oben ausgefaulte Spechthöhlen) und Fledermauskästen (Flach- und Rundkästen). Als Jagdgebiete werden große Gewässer, Gräben (ab 10 m Breite), Poldergebiete, Grünland, aber auch Wälder aufgesucht. Die Aktionsradien können 2-11 km betragen. Es konnten verschiedene Jagdtechniken festgestellt werden, wobei zwischen langsamen und schnellen Jagdflügen zu unterscheiden ist. Es besteht eine hohe Quartier- und Jagdreviertreue. Das Ausfliegen beginnt auffallend früh, zeitiger als bei der Wasserfledermaus (Myotis daubentonii). Die Jagddauer erstreckt sich, unterbrochen von kurzer Rast, die ganze Nacht über bis zum Morgengrauen.
Abstract
New findings about roost choice and foraging behaviour of the pond bat (Myotis dasycneme) in the nationalpark "Unteres Odertal" (land Brandenburg)
In 2011, altogether 5 mist-netted pond bats (Myotis dasycneme) were radio-tracked in the national park "Unteres Odertal" (NE Brandenburg), amongst them a pregnant female, a juvenile male and a subadult male in mating condition. New findings on roost choice and foraging behaviour were made. Reproductive roosts were not found although the species reproduce probably in the area, but perhaps on the opposite of the Odra in Poland. Roosts were found in ruinous barns, in trees (in decaying woodpecker holes) and in bat boxes (flat and round boxes). Large water bodies, large ditches (frorn 10 m onwards), polder areas, greenland and woodland were used as foraging areas. The radius of activity lay between 2 and 11 km. Different foraging techniques were observed and show as well as fast foraging flights were used. High philopatry to roosts and foraging habitats was observed. Emergence behaviour from the roosts takes place very early and earlier than in Daubenton's bats (Myotis daubentonii). Foraging activity takes places the whole night until dawn with short breaks.
Keywords
Pond bat, Myotis dasycneme, Nationalpark "Unteres Odertal", Brandenburg, Netzfang, Telemetrie, Quartierwahl, Jagdverhalten, Aktionsradius.
